Osteoporose verstehen – Grundlagen und Alltagstipps

Osteoporose betrifft viele Menschen in Deutschland, vor allem im höheren Alter und nach der Menopause. Wer versteht, wie der Knochenstoffwechsel funktioniert und welche Alltagsschritte Knochen schützen, kann das eigene Risiko besser einschätzen und gemeinsam mit Fachleuten passende Maßnahmen für ein stabiles, aktives Leben planen.

Osteoporose verstehen – Grundlagen und Alltagstipps

Osteoporose verstehen – Grundlagen und Alltagstipps

Osteoporose gilt als eine der häufigsten chronischen Erkrankungen des Skeletts und führt dazu, dass die Knochen nach und nach an Stabilität verlieren. Oft verläuft sie lange unbemerkt, bis es zu einem Bruch kommt. Umso wichtiger ist es, die Grundlagen der Erkrankung, typische Risikofaktoren und einfache Alltagstipps zu kennen.

Dieser Artikel dient nur zu Informationszwecken und sollte nicht als medizinischer Rat verstanden werden. Bitte wenden Sie sich für eine individuelle Beratung und Behandlung an eine qualifizierte medizinische Fachkraft.

Was ist Osteoporose und wie entsteht sie?

Bei Osteoporose nimmt die Knochendichte ab, und die innere Struktur des Knochens wird poröser. Knochen sind lebendes Gewebe: Alte Knochenmasse wird ständig abgebaut und neue aufgebaut. Im jungen Erwachsenenalter besteht ein Gleichgewicht, später verschiebt es sich nach und nach in Richtung Abbau. Besonders nach der Menopause beschleunigt der Hormonumschwung diesen Prozess, weshalb Frauen in und nach der Postmenopause häufiger betroffen sind.

Mit zunehmendem Alter verlangsamt sich die Neubildung von Knochen, während der Abbau weiterläuft. Wird bestimmte Knochensubstanz unterschritten, erhöht sich das Risiko für Brüche bereits bei leichten Stürzen oder sogar im Alltag, etwa beim Heben oder Drehen. Zusätzlich können erbliche Faktoren, Untergewicht, bestimmte Medikamente sowie Bewegungsmangel den Knochenabbau verstärken.

Diagnose und Einschätzung des Osteoporose-Risikos

Osteoporose wird häufig erst nach einem Bruch bemerkt, etwa an Wirbelkörpern, Hüfte oder Handgelenk. Um das Risiko frühzeitig einzuschätzen, können Ärztinnen und Ärzte Fragen zu Vorerkrankungen, Medikamenten, Sturzereignissen und familiärem Hintergrund stellen. Auch Größe, Gewicht und eventuelle Größenverluste liefern Hinweise.

Zur genaueren Diagnose wird meist eine Messung der Knochendichte durchgeführt. Dabei wird mit einer sehr niedrigen Strahlendosis die Mineralstoffmenge im Knochen bestimmt, oft an Hüfte und Lendenwirbelsäule. Das Ergebnis hilft, das individuelle Frakturrisiko einzuordnen. Ergänzend können Blutwerte Hinweise auf den Knochenstoffwechsel, den Vitamin-D-Status oder andere Ursachen geben. Ob und wann solche Untersuchungen sinnvoll sind, sollte immer mit der behandelnden Praxis besprochen werden.

Ernährung: Kalzium, Vitamin D und mehr

Eine knochenfreundliche Ernährung unterstützt den Körper dabei, stabile Knochenstrukturen zu erhalten. Kalzium ist ein zentraler Baustein des Knochens. Es steckt vor allem in Milchprodukten wie Joghurt und Käse, aber auch in bestimmten Mineralwässern, grünem Gemüse und einigen Nüssen und Samen. Eine gleichmäßige Aufnahme über den Tag verteilt ist sinnvoll, statt sehr große Mengen auf einmal zuzuführen.

Vitamin D hilft dem Körper, Kalzium aus dem Darm aufzunehmen und in den Knochen einzubauen. Ein Teil wird über die Nahrung aufgenommen, der größte Teil jedoch in der Haut unter Sonneneinwirkung gebildet. In unseren Breiten kann die Versorgung besonders im Winter eingeschränkt sein, weshalb Ärztinnen und Ärzte bei Verdacht den Spiegel prüfen und gegebenenfalls Ergänzungen empfehlen können. Zusätzlich spielen Eiweiß, Magnesium und andere Mikronährstoffe eine Rolle für den Knochenstoffwechsel und sollten im Rahmen einer ausgewogenen Ernährung berücksichtigt werden.

Bewegung, Mobilität und Sturzprävention

Regelmäßige körperliche Aktivität gehört zu den wichtigsten vorbeugenden Maßnahmen bei Osteoporose. Durch gezieltes Training werden Muskeln gestärkt und Knochen mechanisch belastet, was den Knochenaufbau anregen kann. Geeignet sind zum Beispiel zügiges Gehen, Treppensteigen, moderates Krafttraining mit dem eigenen Körpergewicht oder kleinen Zusatzlasten sowie Übungen für Gleichgewicht und Koordination.

Mindestens ebenso wichtig ist es, Stürze zu vermeiden, da sie häufig zu Frakturen führen. Übungen zur Verbesserung von Standfestigkeit und Reaktionsschnelligkeit können helfen, das Gleichgewicht zu stabilisieren. Auch kleine Anpassungen im häuslichen Umfeld, etwa das Beseitigen von Stolperfallen, gute Beleuchtung und rutschfeste Unterlagen im Bad, unterstützen die Mobilität im Alltag und senken das Risiko für Verletzungen.

Alltagstipps und Lebensstil bei Osteoporose

Neben Ernährung und Bewegung beeinflussen mehrere Lebensstilfaktoren den Knochenstoffwechsel. Starker Alkoholkonsum und Rauchen stehen mit einem erhöhten Risiko für Osteoporose und Knochenbrüche in Verbindung. Ein Rauchstopp und ein maßvoller Umgang mit Alkohol tragen daher nicht nur zur allgemeinen Gesundheit, sondern auch zur Knochengesundheit bei.

Wer bereits eine ärztlich bestätigte Osteoporose hat, erhält häufig eine medikamentöse Therapie, die den Knochenabbau bremsen oder den Aufbau fördern soll. Die genaue Auswahl hängt von Alter, Geschlecht, Risikoprofil und Begleiterkrankungen ab und wird von der behandelnden Fachperson festgelegt. Ergänzend bleiben eine angepasste Ernährung, ausreichend Vitamin D und ein aktiver Alltag wichtige Bausteine. Hilfsmittel wie Gehstützen oder Hüftschutzsysteme können in bestimmten Situationen zusätzlich Sicherheit bieten und die Mobilität unterstützen.

Am Ende geht es darum, das eigene Risiko zu kennen und im Rahmen der persönlichen Möglichkeiten auf mehrere Bereiche gleichzeitig zu achten: ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung, Sturzprävention und ein möglichst knochenschonender Lebensstil. Auch wenn Osteoporose nicht vollständig verhindert werden kann, lässt sich der Verlauf häufig positiv beeinflussen und die Selbstständigkeit im Alltag länger erhalten.